HUMAN – ein Film von Yann Arthur-Bertrand

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Der Film HUMAN  portraitiert Menschen und ihre Geschichten, alltagsnah und authentisch. Eine Rezension einer faszinierenden Dokumentation, die Vielfalt  zeigt und dennoch das Gemeinsame in den Vordergrund stellt.

„I am one man among seven billion others. For the past 40 years, I have been photographing our planet and its human diversity, and I have the feeling that humanity is not making any progress. We can’t always manage to live together. Why is that? I didn’t look in statistics or analysis, but in man himself.“

Unter anderem mit diesem Statement beschreibt Yann Arthur-Bertrand seinen Dokumentarfilm „Human“ auf der Homepage, und man merkt sofort: dieser Film wurde von einem Fotografen gemacht. Yann Arthur-Bertrand erzeugt Portraits von Menschen. Hunderte Menschen aus allen möglichen Ecken der Erde werden einzeln vor tiefschwarzen Hintergrund gestellt und groß in Szene gesetzt. Man sieht ihre Gesichter, jede Falte, jedes Muttermal. Sie sind jung und alt, arm und reich, vom Leben gezeichnet, fröhlich, tief verzweifelt – minimalistische und doch beeindruckend starke Bilder von ’normalen‘ Menschen. Und sie kommen auch zu Wort. Unbewertet erzählen sie in ihrer Muttersprache ihre Geschichten, ihre Erfahrungen, ihren Alltag und ihre Hoffnungen zu Themen, die weltweit von Bedeutung sind: Liebe, Krieg, Geld, Familie, Ängste, Existenz, Religion, Glück, Flucht,…
Unterbrochen werden die oft sehr emotionalen Beiträge von beeindruckenden Luftaufnahmen von Landschaften der Erde, meist in Zeitlupe und mit stimmiger, universaler Musik in Szene gesetzt.

Dieser Film unterscheidet sich stark von anderen Talking-Head-Dokumentationen, vor allem durch seine Einfachheit, seine Ruhe und die pure Darstellung der Menschen und ihren Emotionen. Schnell bekommt man das Gefühl, dass hier etwas Großes geschaffen wurde. Man erkennt tiefe Regungen in jedem Gesicht, in jeder Geschichte und wenn man auch manchmal anderer Meinung ist, aufgrund verschiedener Herkunft, Erziehung oder Erfahrungen, bekommt man den Eindruck, dass man im Kern doch zustimmt oder zumindest verstehen kann – als gäbe es trotz der vielen Unterschiede zwischen den verschiedenen Kulturen und Religionen eine kollektive, empathische Menschheit mit denselben Träumen und Grundbedürfnissen.

Eine verlängerte Version des Films und alle einzelnen Wortmeldungen kann man sich gratis auf YouTube ansehen, die Weiterverbreitung ist absolut gewünscht! „Human“ wurde von der Bettencourt Schueller Foundation finanziert und unterstützt und 2015 in der Generalversammlungshalle der Vereinten Nationen unter Anwesenheit des UN-Generalsekretärs Ban Ki-Moon zum 70-jährigen Bestehen der UN vorgeführt. Mich persönlich hat der Film noch lange sehr beschäftigt, mich meine Lebensweise und viele meiner Lebensansichten überdenken lassen. Kombiniert mit der fantastischen Optik und Musik sowie der dadurch erzeugten Stimmung kann ich nur sagen: Das ist wirklich einmal ein Film, den jeder gesehen haben sollte!

Homepage: http://www.human-themovie.org

Trailer: https://youtu.be/0-Retnj3TsA

 

Bernhard Kobler

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