Unterwegs am Blumenberg Kärntens

in Gschichtln/Werkstatt von

Auf der Alm kommen die Leute zam. Zwölf junge Menschen aus fünf verschiedenen Ländern haben sich von 16.-22. Juli 2017 in Kötschach-Mauthen getroffen, um bei der Umweltbaustelle – organisiert vom ÖAV (Österreichischen Alpenverein) – teilzunehmen. Gemeinsam wurde zur Verbesserung der Almflächen und zur Erhaltung der Kulturlandschaft beigetragen.

Montag – 7 Uhr aufstehen, halb acht Frühstück, acht Uhr Abreise. Ich bin heute mit den Burschen unterwegs, um Fotos zu machen. Wir fahren zur Mauthner Alm, rechen Heu. Dazwischen Mittagspause. Es ist sehr heiß, aber nicht zu heiß. Die Sonne brennt trotzdem herunter, wir bekommen ein bisschen Farbe. Gegen Ende noch ein paar Aufnahmen, dann der Abgang. Wir sind alle bereits etwas müde.

Ich könnte wie immer viel schreiben, hier das wichtigste. Es ist schön hier in Mauthen, sehr grün, sonnig. Es ist multinational, wir sprechen zusammen sehr viele Sprachen, nicht jeder versteht alles. Wir machen unseren Spaß daraus. Es ist angenehm für ein paar Tage aus Wien draußen zu sein, die Natur, die körperliche Bewegung zu genießen.

 

Zum Alpenverein

Der ÖAV (Österreichische Alpenverein) wurde 1862 gegründet und besteht aus verschiedenen Sektionen in ganz Österreich. Sowohl die Begeisterung für den Bergsport, als auch soziales Engagement, Natur- und Umweltschutz und der kultureller Aspekt machen den Alpenverein seit bereits über 150 Jahren aus.

 

Kötschach-Mauthen

Kötschach-Mauthen befindet sich im Südwesten von Kärnten und grenzt an Italien. Die Karnischen Alpen und die Gailtaler Alpen umrunden den Ortsteil Mauthen. 1994 wurde die Sektion Obergailtal-Lesachtal neugegründet. Seitdem passiert besonders in der Jugendarbeit viel. Damals noch 200 Mitglieder, sind es gegenwärtig insgesamt 2900. Mauthen gilt als Bergsteigerdorf – durch das Naturschwimmbad, den Eis- und Kletterturm, die Mauthner Klamm und das Herzstück – den ÖAV Freizeitpark, bietet der Ort ein vielfältiges Angebot.

 

Ein Unikat im Südwesten Kärntens

Sepp Lederer
Obmann der Sektion Obergailtal-Lesachtal

Sepp Lederer hat zunächst eine Ausbildung zum Volkschullehramt gemacht. Infolge einer weiteren Ausbildung hat er 20 Jahre in einer Schule für Schwerstbehinderte gearbeitet. Sein Leben beginnt schon sehr früh mit sozialem Engagement. Zudem leisten seit seiner Jugend die Berge einen wegweisenden Beitrag in seinem Leben. 30 Jahre war Sepp Lederer Leiter der Bergrettung in Kötschach-Mauthen, außerdem Jugendleiter des ÖAV, sowie Obmann der Sektion Obergailtal-Lesachtal. Vor 20 Jahren hat er Schritt für Schritt das ÖAV Zentrum in Triebfähigkeit gebracht, die Volleyballplätze, den Eishockeyplatz, die Klettergärten, die Zollnersee Hütte.

Wenn ich ihm zuhöre, dann staune ich, was er alles erzählt und hier in Mauthen aufgebaut hat. Es ist wirklich bewundernswert. Doch es gibt auch viele Neider. Sepp erzählt, dass er fünf bis sechs Klagen pro Jahr bekommt, meist aus dem Dorf, oft halten sich die Kläger anonym.

Eines ist mir in den letzten Tagen bewusst geworden – und bereits in der Information zur Umweltbaustelle Kötschach-Mauthen hat die Neugier in mir in irgendeinem Winkel der Vermutung gedacht – Sepp Lederer ist ein Unikat.

 

Umweltbaustelle Kötschach-Mauthen

Seit 20 Jahren findet jährlich die sogenannte Umweltbaustelle in Kötschach-Mauthen statt. Umweltbaustellen und Bergwaldprojekte werden vom Alpenverein organisiert und ermöglichen jungen Menschen, sich für eine Woche freiwillig in der Natur zu engagieren.

Nur durch die gemeinsame Arbeit mit jungen Menschen kann die Schönheit der Landschaft erhalten bleiben.

Sepp Lederer

Die Mauthner Alm gilt als Kärntens „Blumenbrücke nach Norden“, über 500 verschiedene Pflanzenarten können hier entdeckt und bestaunt werden. Junge Menschen aus Österreich, Afghanistan, Iran, Slowenien und Russland sind diesmal zusammengetroffen, um gemeinsam für Kärntens Almenwelt zu werkeln. Die Gemeinschaft auf der Alm und die traumhaft schöne Kulisse in den Südalpen machten den Arbeitsplatz zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle TeilnehmerInnen.

 

Die Abende beim Feuer sitzend. Gespräche. Schweigend in die lodernden Flammen schauend. Ab und zu Lachen. Manchmal erinnert uns die Zeit an eine vergangene Schullandwoche und lässt die Herzen erwärmen.

Am nächsten Morgen wird wieder gearbeitet. Auf der Mauthner Alm und der Zollnersee Hütte.

Wir gehen zum Gipfelkreuz. Bewundern die Aussicht. Starren in die Ferne. Es ist leise hier oben. Wir setzen uns zu sechst auf eine Bank, die daneben steht. Niemand spricht ein Wort. Wir alle genießen die kühle Luft, welche um uns herum weht und die wir zugleich in kräftigen Zügen einatmen. Den Moment betrachten. Alles wirkt vollkommen, friedlich, hier oben in den Bergen.

Und dann vergeht die Woche auch schon wieder. Verabschiedung steht bevor. Wer weiß, wann und ob man sich wieder sieht. Arbeit in der Natur, auf einem Blumenberg, umgeben von Grün und wunderbaren Menschen. Das verbindet. Blumen blühen, entfalten sich. Menschen manchmal auch.

 

Tamina Lewitsch

(Tamina Lewitsch war von 16.07.-22.07.2017 P.U.L.S.-Pressepraktikantin auf der Umweltbaustelle in Kötschach-Mauthen – organisiert vom Österreichischen Alpenverein)

 

3 Kommentare

  1. imitation van cleef flower ring

    He wants real world guns not made up look-a-likes. But as it’s a future setting, I guess there will be a greater number of invented weapons than there will be real world. Mostly because a lot of the weapons around now will likely be obsolete in 2060.

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