Wahlecho zwischen Syrer_innen

in Empört Euch/Gschichtln von
Rund 45 Tausend Syrer_innen sind bereits in Österreich und die hatten nicht immer die Möglichkeit, ihre politischen Meinungen zu äußern. Ich möchte euch in diesem Artikel ein paar Meinungen von Syrer_innen über die österreichische Wahl, die auf Facebook gepostet wurden, mitteilen.

Facebook spielt seit 2011 eine große Rolle für Syrer_innen, vor allem in Syrien wegen der politischen Situation dort. Aber auch für die Syrer_innen, die in Österreich leben, ist es eine gute Plattform aus vielen Gründen, zum Beispiel, um Nachrichten aus Syrien zu lesen und mit Freundinnen und Freunden und Familie in Syrien Kontakt zu halten. Andererseits benutzten die Syrer_innen Facebook während der Wahl 2017 in Österreich. Obwohl sie nicht wählen durften, haben sie die Wahl mit großem Interesse angeschaut.

Hier möchte ich euch Einblick geben in jene syrischen Meinungen, die in keiner Hochrechnung zu finden sind.

Es ist nicht fair

Manche sind der Meinung, dass es ungerecht ist, Flüchtlinge als Hauptthema auszunutzen, weil Flüchtlinge sind doch Menschen. Sie haben doch Würde. Stell dir vor, du als Österreicher_in lebst in einem Land, in dem die Nachrichten nur Negatives über Österreicher_innen berichten. Wie fühlst du dich?

Kommentar:

„Die Parteien sollen uns nicht als Ware benutzen, um die Wahl zu gewinnen.“

 

Er/sie hat Recht, weil die Parteien haben Flüchtlinge als ein „Produkt“ benutzt, um die Wahl zu gewinnen und das finde ich nicht fair.

Warum haben ÖVP und FPÖ gewonnen?

Das ist eine Frage, die Syrer_innen versuchen zu beantworten. Manche Syrer_innen beschuldigen sich gegenseitig für den Rassismus gegen sie.

Wie zum Beispiel in diesem Kommentar:

„Das Beste an demokratischen Regierungen ist, dass das Volk das letzte Wort hat… das Problem ist, dass die Parteien, die Flüchtlinge ausgenutzt haben, gewonnen haben… Meiner Meinung nach ist das die direkte Ursache unserer Gleichgültigkeit und unseres falschen Verhaltens.“

Zweiter Kommentar:

„Ich glaube, Schwarzarbeitende und jene, die hier bei falschen Adressen gemeldet sind, können jetzt glücklich sein (ironisch). Gott schütze uns und beschützte dieses Land.“

Es gibt sicher viele Probleme mit Flüchtlingen. ABER in Österreich zu leben, ist nicht einfach. Jede_r macht Fehler, speziell in einer neuen Situation. Das ist klar.

Schnell Integrieren als Lösung

Eines der Postings diskutiert, wie wichtig es ist, so schnell wie möglich Arbeit zu finden und sich vom Sozialamt abmelden zu lassen. Dies begründete der Autor damit, dass Flüchtlinge Angst vor zukünftigen Entscheidungen gegen sie haben und deshalb schnell einen Job finden müssen.

„Alle Flüchtlinge haben Angst wegen der kommenden Entscheidungen und ihren Auswirkungen auf sie. Ich lade die Menschen, die arbeiten können, ein, arbeiten zu gehen.“

Was ist negativ an diesem Punkt? Schnelle „Integration“ heißt oft, nicht gut Deutsch zu können und als Folge nur Arbeit mit niedrigen Löhnen und niedriger Qualifikation zu finden. Ich glaube niemand sehen möchte, dass die 45 tausand Syrer_innen nur in öffentlichen Dienstleistungen arbeiten. Integration braucht Zeit.

Offenheit und Freiheit

Manche Syrer_innen glauben nicht, dass Österreicher_innen offen sind und andere Kulturen akzeptieren können.

Zum Beispiel:

„Im Integrationskurs wurde uns gesagt, dass wir die anderen akzeptieren müssen! Warum akzeptieren sie uns nicht? Sie sagen, dass sie Meinungsfreiheit und Respekt für andere haben. Vielleicht ist das ja nur Fake.”

 

Am Ende glaube ich, dass FPÖ und ÖVP seit langem die Angst zwischen den Österreicher_innen ausgebreitet und dann während des Wahlkampfes plötzlich „Lösungen” erfunden und Probleme erkannt haben! Das war eigentlich nicht der Fall bei SPÖ und den Grünen. Sie haben weniger über Flüchtlinge geredet und sich weniger darauf fokussiert. Deswegen glaube ich, haben SPÖ und Grüne Stimmen verloren.

Kurz hat gesagt „Fremdenfeindlichkeit und Angstmache zahlen sich nicht aus.” Seine Politik zeigt uns jedoch das Gegenteil.

Sebastian Kurz wollte immer die Balkanrote schließen. Und er hat es schon geschafft, Flüchtlinge zurück in die Türkei zu schicken und vieles mehr.

Nur gebildete Flüchtlinge haben das Recht in einem sicheren Land zu leben!?

Für mich ist die Politik, die Kurz betreibt, ein stilles Wasser. Sie sendet Flüchtlingen die Nachricht, dass sie nicht mehr willkommen sind, sowie den Österreicher_innen, dass sichergestellt wird, dass niemand sonst ihr Sozialsystem nutzen wird. Dennoch spricht Kurz von Resettlement und Resettlement-Projekte starten in ganz Österreich. Das bedeutet, dass Österreich weiterhin Flüchtlinge aufnehmen wird, doch Kurz wird sie aussuchen und herbringen. Und so wählt er eigentlich nur die gebildeten Menschen (Wie im kanadischen Modell). Als würden nur diese das Recht besitzen in einem sicheren Land zu leben.

(die Übersetztung ist keine Wort zu Wort Übersetzung)

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