Podiumsdiskussion zu industrieller und kleinbäuerlicher Landwirtschaft

in Aktuell/Gschichtln

Dienstagabend – es war ein warmer Junitag – als etwa 40 Gäste im Wohnprojekt Wien des 2. Bezirks zusammentrafen, um dort an einer Podiumsdiskussion zu industrieller vs. kleinbäuerlicher Landwirtschaft teilzunehmen. Als Podiumsgäste waren Univ. Prof. Joseph Strauss von der Universität für Bodenkultur Wien und Franziskus Forster vom ÖBV, einer Teilorganisation der weltweiten Vereinigung La Via Campesina, geladen. Nach einer kurzen Vorstellung der Gschichtldruckerei, inklusive der neuen Ausgabe, wurde zur eigentlichen Diskussion, die in die Ebenen lokal, supranational und global unterteilt war, übergegangen. Schon bald zeigte sich, dass in der Diskussion ein relativ großer Konsens in den Meinungen der beiden Gäste vorhanden war. So sprachen sowohl Strauss, als auch Forster die sogenannte Grüne Revolution an. Strauss wies darauf hin, dass in dieser keine nachhaltige Bewirtschaftung zustande kommen kann, doch für viele Menschen Vorteile gebracht hat, und dass die Politik weiterhin danach strebt, Lebensmittelpreise möglichst billig zu halten. Auch Forster meinte dazu, dass die Grüne Revolution an ihren Ergebnissen gemessen wurde, wenngleich sich zunehmend Debatten über deren Folgen entwickeln.

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Ein weiterer Aspekt, auf den im Rahmen der Diskussion eingegangen wurde, handelte von Kleingärten im städtischen Umfeld, dem Urban Gardening –  Strauss sieht darin ein spannendes Projekt. Die industrielle Landwirtschaft ist für ihn jedoch nicht nachhaltig, da diese nur auf Monokulturen basieren kann, welche die Lebensmittelproduktion jedoch auf Dauer nicht aufrechterhalten wird. Sowohl Strauss als auch Forster warfen den Begriff Kreislaufwirtschaft als sinnvolle Zielsetzung auf, welche Ressourceneffizienz fokussiert und im Gegensatz zur Linearwirtschaft steht. Ebenso betont wurde die Notwendigkeit, Technik im Rahmen der Landwirtschaft zu nutzen, anstatt diese abzulehnen. So meinte Strauss zudem, dass bei der Gentechnik gute Ansätze nicht vergessen werden dürfen, wie dies jedoch bei einer Totalablehnung davon oft geschieht.

Als die Zeit schon fortgeschritten war, blieb das Interesse aus dem Publikum weiter groß und so wurden noch einige Publikumsfragen diskutiert. Anschließend bestand die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch im informellen Rahmen bei Getränken und Snacks. Trotz schwüler Temperaturen und einem relativ klein bestückten Podium war die Veranstaltung – auch aufgrund der vielen verschiedenen und positiven Rückmeldungen – sehr gelungen und so freute sich die Gschichtldruckerei über das Erscheinen der zahlreichen Gäste und eine angeregte Diskussion, über dessen Themenschwerpunkt bestimmt auch noch darüber hinaus immer wieder nachgedacht werden wird.

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