Blockade für den Baustopp

in Gschichtln/Kreaktiv/Wien
Seit 27.08.: Klimacamp

Protestcamp gegen die Stadtautobahn

Die Vorarbeiten für den Bau der in den 70ern geplanten Stadtstraße Aspern laufen. Der 460 Millionen Euro teure Klimakiller ist Teil des Autobahn-Netzes S1, zusammen mit dem ebenso umstrittenen Lobautunnel, die sich beide gerade in Evaluierung befinden. Trotzdem und trotz überwältigender Kritik beginnt die Stadt Wien in der Hirschstettnerstraße 43/44 mit dem Bau der Stadtautobahn bereits vor dem Ende der Evaluierung, um vollendete Tatsachen zu schaffen.

Um eine Stadtstraße handelt sich die vierspurige Schnellstraße nämlich eigentlich nicht, da sie als Zubringer nach Seestadt-Aspern und zum Lobautunnel fungiert. Sie soll zusammen mit dem Lobautunnel den Verkehr unterirdisch nach Wien hineinleiten, einer Analyse der TU Wien zufolge würde das zu 83.000 Kilometern pro Tag mehr führen, die von Autos in Wien zurückgelegt werden.

Einige hundert Meter weiter im grünen, laufen die Vorbereitungen für das Protestcamp, zusammen organisiert vom Jugendrat, Fridays for Future, Hirschstetten-retten, System Change, not Climate Change! und Extinction Rebellion mit der Hilfe von vielen Freiwilligen und Anrainer*innen. Nachdem ihre Forderungen für eine Menschenfreundliche Verkehrspolitik missachtet wurden, machen sich Aktivist*innen bereit die Baustelle zu blockieren.

Blockade und Zelten

Seit 30.08.: Blockade in Hirschstetten

Am Montag blockieren 100 Aktivist*innen dann gemeinsam die Bauarbeiten auf den gegenüberliegenden Grundstücken an der Hirschstettner Straße. Fridays for Future und der Jugendrat blockieren die Straße, während Aktivist*innen von Extinction Rebellion und System Change mit Freiwilligen die Baustelle blockieren. Die ASFINAG entschließt sich nach einiger Zeit dazu, aus Imagegründen auf eine Räumung zu verzichten. Aktivist*innen ziehen mit Zelten auf die Baustelle, um dort zu übernachten und weiter für den Baustopp zu sorgen.

Seit 06.09.: Blockade auf der U2 Hausfeldstraße

Eine Woche darauf besetzen in den frühen Morgenstunden rund 70 Aktivist*innen die weit größere Baustelle der Stadtautobahn Aspern. Neben der U2 Station Hausfeldstraße werden hier ehemals landwirtschaftliche Flächen versiegelt, um Raum für Autos zu schaffen.

Da hier dringender gebaut werden muss, um das Megaprojekt in Gang zu setzen, rechnen alle damit, dass die Stadt Wien, der das Gelände gehört, die Aktivist*innen sofort räumen lässt. Diese fürchtet jedoch die mediale Aufmerksamkeit, und hofft genauso wie die ASFINAG auf eine Ermüdung seitens der Besetzer*innen. Seitdem wird hier auch gezeltet, und zwar mit einer hervorragenden öffentlichen Verkehrsanbindung.

Seit 30.08: Campen auf der Baustelle (kommt vorbei!)

Wie kann die Besetzung unterstützt werden?

Die Aktion nimmt richtig Fahrt auf. Nach erfolgreicher Blockade der Baustelle, werden die Bagger abgezogen und es ist endlich Baustopp. Es gibt jetzt drei unabhängige Camps, ein angemeldetes (übrigens schöner als jeder Campingplatz) auf dem auch viele Familien sind, und drei mit denen die Baustellen (immernoch!) blockiert werden. Freiwillige und Aktivist*innen sorgen für den Baustopp, freuen sich aber immer über Zuwachs oder Ablösung.

Das von der Polizei genehmigte Klimacamp konnte schon zweimal verlängert werden, der Protest würde damit schon viermal so lang anhalten wie ursprünglich geplant. Wenn ihr eins der drei unterstützen wollt, (Schloßpark Hirschstetten, U2 Hausfeldstraße und Hirschstettenerstraße 43-44) kommt am besten einfach vorbei! Es gibt Essen auf Spendenbasis, Workshops, und Informationen zu dem Autobahnprojekt.

Für Updates und Infos wie geholfen werden kann oder was gebraucht ist, abonniert den „Ticker: Lobau bleibt“ auf Telegram. Es freuen sich alle sehr über Menschen, die übernachten, mithelfen oder Essen oder andere Dinge, die gebraucht werden, vorbeibringen.